
Speisekarte

Fischsuppe
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Bergener Fischsuppe ist ein traditionelles Gericht, bekannt für seine cremige Konsistenz und seinen milden, aber intensiven Geschmack. Und wie der Name schon sagt, stammt sie aus Bergen, der Hauptstadt Westnorwegens.
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Als eine der ältesten Küstenstädte Europas hatte Bergen schon immer Zugang zu frischem Fisch, einem Export, von dem Bergen und die umliegende Region seit Jahrhunderten leben.
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Fischsuppe wurde so zu einem selbstverständlichen Bestandteil sowohl der Alltagsküche als auch der Festmahle.
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Bergener Fischsuppe unterscheidet sich von anderen norwegischen Fischsuppen durch ihr elegantes Aussehen – sie sollte wirklich samtig weich sein, mit einer Brühe, die traditionell auf Fischgräten zubereitet und dann mit Sahne und einem Spritzer Essig oder Zitrone für die Säure abgerundet wird.
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Die Suppe ist Ausdruck einer alten Esskultur, die auf dem Respekt vor den Rohstoffen basiert und heute sowohl in Gourmetrestaurants als auch in den meisten norwegischen Haushalten einen festen Platz hat.
Allergene:
Fisch, Milch
Wurst im Kartoffelfladen
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Wurst in der Tüte ist vielleicht Norwegens beliebtestes Gericht – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen beliebt und unverzichtbar am 17. Mai, bei Sportveranstaltungen und Geburtstagsfeiern.
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Die Geschichte hinter dem Gericht ist eine Geschichte von Innovation und Tradition zugleich. Potetlompe – hergestellt aus Kartoffeln, Mehl und Salz – hat lange Wurzeln in der norwegischen Küche und wurde in Zeiten der Knappheit als Brotersatz verwendet. Als sie im letzten Jahrhundert auf die moderne, geräucherte Fleischwurst traf, entstand eine ikonische Kombination.
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Heute gibt es viele Variationen, von gegrillter Wurst mit Speck bis hin zu vegetarischen Optionen, aber der klassische Ausdruck ist ungebrochen.
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Pølse i lompe bringt die Einwohner von Bergen seit Jahren zusammen, sowohl tagsüber als auch für einen Snack spät in der Nacht. Pølse i lompe ist mehr als nur Fast Food – es ist ein kleines Stück norwegischer Identität, das sowohl im Alltag als auch auf Partys seinen Platz hat.
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So wie man Würstchen pur genießen kann, sind Lompers auch dafür bekannt, manchmal pur als beliebtes süßes Dessert mit Butter, Zucker und Zimt (und manchmal braunem Käse) zu stehen.
Gluten
Allergene:


Hakkasteik / Brurasteik aus Hardanger mit Flachbrot
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Hakkasteik – auch Broilersteak genannt – ist ein traditionelles Gericht aus Hardanger und anderen Teilen Westnorwegens und wurde seit jeher an Feiertagen, Hochzeiten und Banketten serviert.
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Das Gericht besteht aus fein gehacktem, gekochtem Fleisch, oft einer Mischung aus Hammel-, Schweine- und Rindfleisch, das mit Brühe und Gewürzen zu einer zarten, grobkörnigen Fleischmasse mit tiefem, rustikalem Geschmack gebraten wird. Traditionell wird es mit Fladenbrot und Butter serviert.
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Der Name „Brurasteik“ (Brautbraten) weist darauf hin, dass das Gericht häufig bei Hochzeiten serviert wurde.
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Die Zubereitung von Mincemeat erforderte Zeit und viele Zutaten und galt daher als Festmahl.
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Das Gericht ist ein klares Beispiel norwegischer Bauernküche, in der jedes Teil des Tieres mit Stolz verwendet und verarbeitet wurde. Ein Geschmack des alten Westnorwegens – kräftig, großzügig und in der Tradition verwurzelt.
Allergene:
Gluten
Bacalao
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Norwegische Rohstoffe treffen auf Impulse von außen, wenn Bacalao auf den norwegischen Esstisch kommt. Ein Symbol norwegischer Exportgeschichte und des Austauschs der Esskultur.
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Das Gericht hat seinen Ursprung in der spanischen und portugiesischen Küche und ist auf norwegische Seefahrer und Handelsverbindungen zurückzuführen – insbesondere zwischen Spanien und den Klippfischstädten Kristiansund und Ålesund.
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Echter Bacalao braucht lange zum Kochen und schmeckt am nächsten Tag am besten.
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Das Wort Bacalao (portugiesisch „Bacalhau“) bedeutet Kabeljau. Es wird sowohl für gesalzenen und getrockneten als auch für frischen Kabeljau verwendet. In Portugal wird „Bacalhau fresco“ oft für ungesalzenen Kabeljau verwendet. Erst als das Gericht in die nordischen Länder kam, wurde das Wort speziell mit dem Bacalao-Gericht in Verbindung gebracht.
Fisch, Milch
Allergene:



Rentierbällchen in Wildsauce mit Kartoffelpüree und Preiselbeeren
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Rentiere sind seit Jahrhunderten ein Grundpfeiler der samischen Ernährung und für die Bevölkerung Nordnorwegens sowohl als Nahrungsquelle als auch als kulturelles Symbol wichtig.
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Das Fleisch ist mager, aromatisch und spiegelt die wilde norwegische Natur im Norden Norwegens wider.
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Rentierbällchen in Wildsauce sind eine moderne Interpretation traditioneller Wildgerichte und bieten eine familienfreundliche Möglichkeit, dieses exklusive Fleisch zu servieren. Es wird hauptsächlich aus gehacktem Rentierfleisch hergestellt, aber oft mit etwas Schweine- oder Rindfleisch vermischt, um eine saftigere Konsistenz zu erreichen – eine Technik, die auch bei klassischen norwegischen Fleischbällchen verwendet wird.
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Die Wildsauce ist reichhaltig und aromatisch und wird oft mit Sahne, Wildfond, Wacholderbeeren und Pilzen zubereitet – Aromen, die an Herbstwälder und Jagd erinnern. Kartoffelpüree verleiht dem Gericht eine zarte Note, während Preiselbeermarmelade – mit ihrem süß-sauren Charakter – dem Gericht die typisch norwegische Balance zwischen salzig, süß und sauer verleiht.
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Das Gericht ist im ganzen Land beliebt, vom alltäglichen Essen bis hin zu den exklusivsten Restaurantgerichten. Es repräsentiert alte Jagdtraditionen und bietet einen authentischen Geschmack Norwegens – kräftig, natürlich und bodenständig.
Allergene:
Milch
Rømmegrøt mit Sognemorr und Wasserkringeln
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Rømmegrøt ist eines der berühmtesten traditionellen Gerichte der norwegischen Bauerngemeinde mit weit zurückreichenden Wurzeln und wird oft an Feiertagen, Hochzeiten und bei Entbindungsbesuchen serviert.
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Der Brei wird aus Sauerrahm, Milch, Mehl und etwas Salz zubereitet und üblicherweise mit Wurst zum Dippen, einem Klecks Butter, Zucker und reichlich Zimt serviert. Auch Wasserbrezeln werden häufig in den Brei getaucht.
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In Sogn og Fjordane wurde Sauerrahmbrei oft von Sognemorr begleitet – einer groben Wurst aus Schweine- oder Schafsfleisch, gewürzt mit Knoblauch und Wacholder. Der Kontrast zwischen dem Fett und der Säure des Breis und der Salzigkeit der Wurst ist ein aufregendes Geschmackserlebnis.
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Diese Kombination steht sowohl für Wohlstand als auch für Gemeinschaft – ein Essen, das signalisiert, dass es etwas zu feiern gibt. Insbesondere ist es der Star beim Abendessen am norwegischen Nationalfeiertag und wird mit Tradition, Nostalgie und norwegischen Sommertagen assoziiert – ein Hauch von echtem norwegischen Erbe.
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Es gibt auch eine Variante mit Deckel: Man isst normalen Reisbrei, versteckt ihn aber unter einem „Deckel“ aus Sauerrahmbrei. Das ist für alle, die Sauerrahmbrei nicht so mögen, aber trotzdem an der Tradition am Tisch teilnehmen möchten.
Allergene:
Milch, Gluten


Hering auf Roggenbrot (3 Sorten)
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Die Tradition, gesalzenen Hering auf Roggenbrot zu essen, stammt aus einer Zeit, als die Haltbarkeit entscheidend war. Die weiche, cremige Konsistenz des Herings, kombiniert mit dem groben, leicht bitteren und nahrhaften Roggenbrot, ergab eine vollwertige Mahlzeit mit wichtigen Proteinen und Ballaststoffen.
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Hering mit Zwiebeln und Kräutern ist das ganze Jahr über ein frischer Favorit. Mit zunehmender Beliebtheit auf dem Esstisch wurde er auch für besondere Anlässe eingeführt, beispielsweise als Gewürzhering, der Erinnerungen an Weihnachts- und Osterfeiern weckt.
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Hering ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der norwegischen Ernährung, insbesondere entlang der Küste, wo Fisch sowohl Nahrungsquelle als auch kulturelles Erbe ist. Hering wurde gesalzen, in Essig eingelegt oder geräuchert, um ihn – insbesondere in den Wintermonaten – lange haltbar zu machen.
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Hering mit Roggenbrot zu servieren, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch ein Ausdruck des Respekts vor norwegischen Traditionen und Esskultur. Es ist eine Hommage an die einfache, ehrliche Mahlzeit – und an die Generationen, die von dem lebten, was Meer und Natur boten.
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In der Zwischenkriegszeit führten „Gentlemen’s Clubs“ Heringstische ein. So wurde der Hering zu einem Festmahl und einer Delikatesse. Es wurde Mode, Hering, Bier und Schnaps unter den Herren der höheren Gesellschaftsschichten zu servieren. Der Gastgeber, der den abwechslungsreichsten Heringstisch servierte, genoss hohes Ansehen. Tomatenhering mit seinem reichhaltigen und süßen Geschmack erfreute sich hier im 20. Jahrhundert besonderer Beliebtheit und trägt die Prägung dieser moderneren Einflüsse.
Allergene:
Fisch, Milch, Gluten
Waffeln mit Sauerrahm, Marmelade und Braunkäse
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Waffeln sind eines der bekanntesten Symbole norwegischer Gemütlichkeit und Gastfreundschaft. Man findet sie überall im Land, von Privathäusern und Hütten bis hin zu Kirchen, Flohmärkten, Tankstellen und Cafés. Die Rezepte variieren von weich bis knusprig, mit oder ohne Gewürze, Schokoladenstückchen und anderen Zutaten, aber der gemeinsame Nenner ist eine süße, herzförmige Waffel, die frisch gebacken und warm serviert wird.
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Die Kombination aus Sauerrahm, Marmelade und Braunkäse ist besonders norwegisch. Der Sauerrahm sorgt für eine herbe Frische, die Marmelade für Süße, während der Braunkäse mit seinem karamellisierten, unverwechselbaren Geschmack den letzten Schliff verleiht. Eine Geschmackskombination, die Erstverkoster wahrscheinlich überraschen wird, aber einen Versuch wert ist.
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Norwegens ältestes bekanntes Waffeleisen befindet sich im Norwegischen Volksmuseum und stammt aus dem Jahr 1685. Rund 50 Jahre später (1737) wurden zwei „Waffeleisen“ als Erbschaft des Priesters Anders Dass (jüngster Sohn des berühmten Dichterpriesters Petter Dass) in Alstahaug registriert.
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Die Waffel, wie wir sie heute kennen, entstand erstmals im 20.
Jahrhundert und entwickelte sich schnell zu einem beliebten und einfachen Kaffeesnack, der in Vereinen, bei Freiwilligenveranstaltungen, Clubtreffen und ähnlichen Zusammenkünften serviert wurde. Sie entwickelte sich zu einem zentralen Bestandteil sowohl alltäglicher Hausmannskost als auch festlicher Feierlichkeiten.
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Eine norwegische Waffel ist mehr als ein Dessert – sie ist ein Stück Heimat, voller schöner Erinnerungen an Freunde und Familie und ein wichtiger Teil unserer nationalen Identität.
Allergene:
Milch, Gluten

In Aquavit und Preiselbeeren marinierter Wal mit Preiselbeer-Sauerrahm
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Aquavit brukes i marinaden til gravet hval, og tilfører en aromatisk, krydret smak hentet fra skandinavisk tradisjon.
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Tyttebær, som er rike på C-vitamin og dyprøde fargepigmenter, bidrar med syrlighet og farge – og matcher perfekt med den kraftige villsmaken.
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Serveres med tyttebærrømme, en kremet saus som balanserer smaken – den beste komboen hvis du ikke vil at smaksopplevelsen skal være for "hval-tyngende".
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En rett som både overrasker og imponerer – perfekt for den eventyrlystne gane.
Allergene:
Milch

Heißgeräucherte Pfeffermakrele mit Fladenbrot, Sauerrahm und Roter Bete
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Hier trifft Räucherfisch auf sein bestes Trio: Fladenbrot, Sauerrahm und Rote Bete. Das Fladenbrot sorgt für Knusprigkeit, während der Sauerrahm für eine milde Cremigkeit sorgt.
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Eingelegte Rote Bete sorgt für Farbe und einen süß-sauren Kontrast – eine klassische Western-Kombination auf Basis der an der Küste verfügbaren Zutaten.
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Heiß geräucherte Makrele bekommt durch Pfeffer einen zusätzlichen Kick, während saure Sahne und süß-saure Rote Bete die Party abkühlen.
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Ein kräftiger Klassiker von der Küste, der sich gleichermaßen zum Mittag- oder Abendessen eignet, am besten mit einem Glas Milch oder einem kühlen Bier. Ein Gericht, das an einem Sonntagabend eher nach Norwegen als nach NRK schmeckt.
Allergene:
Milch, Gluten


Geräucherte Würstchen mit Wal-, Rentier- oder Elchkartoffelknödeln (von Vikingsnacks)
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Die Produkte stammen von Vikingsnacks und werden aus lokalen Zutaten wie Wal, Elch und Rentier hergestellt, die für ihren hohen Omega-3-Gehalt und ihr Nachhaltigkeitsprofil bekannt sind.
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Die Elch- und Walwürste werden traditionell aus Hackfleisch, Speck und Gewürzen hergestellt und für mehr Geschmack und Textur luftgetrocknet. Serviert in Lompers erhalten Sie einen von den Wikingern inspirierten Straßensnack – perfekt für das Mittagessen von Freiwilligen und Wandersnacks!
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Rau, salzig und reich an Geschmack, perfekt für alle, die wie ein Berserker essen möchten, aber ohne Schwerter und Blut.
Lachskotelett mit Sauerrahmsauce
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Lachskoteletts werden aus frischem Lachs hergestellt und mit Eiern und Kartoffelmehl gebunden – oft werden für zusätzliche Frische Frühlingszwiebeln hinzugefügt.
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Eine moderne Variante des Fischgerichts, saftig und mild im Geschmack, oft mit etwas Kräutern und Zitrone. Die Sauerrahmsauce verleiht dem Gericht Säure und cremige Fülle, die das Ganze aufwertet.
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Serviert mit Salzkartoffeln und gedünstetem Gemüse oder im Brot wie ein nordischer Fischburger.
Allergene:
Fisch, Milch



Milchreis mit Beerensauce
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Kein norwegisches Weihnachtsfest ist ohne Milchreis komplett. Hergestellt aus abgekühltem Reisbrei und Schlagsahne, garniert mit einer Beerensauce – vorzugsweise rot, süß und frisch.
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In vielen norwegischen Haushalten wird zu Weihnachten eine ganze Mandel in einer Schüssel versteckt. Der Finder erhält einen Preis. Diese Tradition ist Teil von Reisbrei oder Reiscreme, je nachdem, welche Region Norwegens man besucht.
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Ein süßer Abschluss für jedes Festessen und seit Generationen ein beliebtes Dessert.
Allergene:
Milch
Norwegischer Fischeintopf mit Kartoffeln
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Plukkfisk ist ein traditionelles norwegisches Hausmannsgericht mit Wurzeln in Hordaland und wird je nach verfügbarem Fisch zubereitet – frischer, gesalzener oder geräucherter Fisch eignet sich hervorragend dafür.
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Je nach Region wird Plukkfisk unterschiedlich serviert. Manche essen ihn mit gekochten Kartoffeln, andere mit geschmolzener Butter. Bei uns können Sie beides genießen.
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Der Bocuse d’Or-Gewinner Ørjan Johannessen aus Austevoll verriet kurz nach seinem Sieg in Lyon im Jahr 2015, dass Plukkfisk zu seinen persönlichen Lieblingsgerichten gehört.


Gravlachs mit Senfsauce
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Im Mittelalter wurde Lachs gesalzen und im Sand vergraben, oft mit Steinen beschwert. Daher stammt der Name „Gravlachs“. Diese Methode führte zu einer leichten Fermentation und machte den Fisch haltbarer.
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Das Eingraben von Fisch ist eng verwandt mit anderen Konservierungstechniken, wie dem Fermentieren von Fisch, das in Norwegen noch längere Traditionen hat. Mit anderen Worten ist Gravlachs Teil der nordischen „bewahren oder verderben“-Kultur.
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Die ursprüngliche Methode ergab einen stärker fermentierten Geschmack als wir ihn heute kennen. Im 20. Jahrhundert kam es mit dem Aufkommen von Kühlschränken zu einem deutlichen Wandel. Gravlachs entwickelte sich von einem Notgericht zu einer Delikatesse und wurde Teil des nationalen Stolzes.
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Senfsauce ist heute nahezu obligatorisch zu Gravlachs, da sie die Fettigkeit mit Säure und Schärfe ausgleicht. Historisch gesehen ist sie jedoch nicht ursprünglich norwegisch, sondern eine Weiterentwicklung europäischer Emulsionssaucen. Diese Saucen, basierend auf Eigelb und Öl und verfeinert unter anderem mit Senf, wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Europa verbreitet und fanden später ihren Weg in die nordische Küche.
Garnelen mit Schale
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In vielen Ländern, besonders in Asien, ist es üblich, Garnelen mit Schale zu essen, meist gebraten oder frittiert, da die Schale viel Umami-Geschmack enthält. In Norwegen werden Garnelen jedoch mit Schale gekocht, wodurch diese zäh wird und nicht besonders angenehm zu essen ist.
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Lange Zeit galten Garnelen als Nebenprodukt, das beim Fang größerer Meerestiere anfiel, doch ab dem späten 19. Jahrhundert wurden sie zu einem wichtigen Bestandteil der norwegischen Küstenküche. Mit der Entwicklung der Schleppnetzfischerei, besseren Konservierungsmethoden und einer stärkeren Verbreitung in die Städte wurden sie im ganzen Land populär.
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Heute gelten Garnelen als echter Alltagsluxus, besonders beliebt auf der Terrasse an warmen Sommertagen.
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Das „Garnelenpulen“ gehört für die meisten Norweger fest zum sozialen Erlebnis dazu. Es gibt immer einen kleinen freundschaftlichen Wettbewerb, wer am schnellsten schälen kann, und gleichzeitig viel Diskussion darüber, ob die Mayonnaise oben oder unten sein soll und ob Dill, Pfeffer, Gurke, Ei oder anderes dazu gehört.
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Die klassische Kombination (in beliebiger Reihenfolge) ist Weißbrot + Butter + Garnelen + Mayonnaise + ein guter Spritzer Zitrone.


In Bier gedämpfte Miesmuscheln
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Miesmuscheln sind seit sehr langer Zeit Teil der norwegischen Ernährung entlang der Küste, insbesondere als leicht zugängliche Meeresfrüchte, die man selbst sammeln konnte. Traditionell wurden sie einfach gekocht, oft in Wasser oder Milch.
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Das Dämpfen in Bier ist ein neuerer Einfluss vom europäischen Festland, passt aber gut zu Norwegen, da es hier auch starke Traditionen sowohl in der Meeresküche als auch im Bierbrauen gibt. Mit der modernen norwegischen Bierkultur sind in Bier gedämpfte Miesmuscheln daher zu einer natürlichen Variante geworden.
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Kurz gesagt sind Miesmuscheln eine traditionelle norwegische Zutat, während das Bier der neue Begleiter ist, der die Tradition weiterführt und das Gericht bis heute fest in der norwegischen Esskultur verankert.
Erbsen mit Fleisch und Speck
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Erbsen mit Fleisch und Speck entstand in einer Zeit ohne Kühlschränke, in der die Menschen klug planen mussten, um über lange Winter hinweg ausreichend Nahrung zu haben. Getrocknete Erbsen konnten monatelang gelagert werden, und Fleisch wurde gesalzen oder geräuchert, um haltbar zu bleiben. So entstand ein Gericht, das sich fast jederzeit aus Vorräten zubereiten ließ.
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Die Kombination aus Erbsen und Fleisch liefert sowohl Eiweiß als auch Energie und sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Die Erbsen bringen Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß, während Fleisch und Speck Fett und zusätzliche Energie liefern. Damit war das Gericht ideal für Bauern und Arbeiter, die an langen, anstrengenden Tagen – besonders in unserem kalten Klima – viel Energie brauchten.
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Das Gericht ist ein Klassiker der norwegischen Hausmannskost und wird seit Generationen sowohl auf Höfen als auch auf See gegessen. Es wird oft mit dem Winter und traditionellen Tagen wie Fastnacht verbunden und ist bis heute ein geschätztes Symbol der norwegischen Esskultur. Mit jedem Löffel genießt man ein Stück norwegischer Geschichte.


Gekochter Lachs mit Gurkensalat und Sauerrahm
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Das Gericht begann als einfache Alltagskost, entwickelte sich aber nach und nach zu einem Sonntagsessen, zu Gästebewirtung und zu einem klassischen Gericht am Nationalfeiertag. Eine schöne Reise von „dem, was wir zur Verfügung haben“ zu „dem, worauf wir stolz sind“.
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Der säuerliche Gurkensalat spielt eine wichtige Rolle, indem er den fettreichen Lachs ausbalanciert, während die Verwendung von Essig und Zucker zugleich traditionelle Methoden der Lebensmittelkonservierung widerspiegelt.
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Besonders im Süden Norwegens waren manche Fischer es so leid, Lachs zu essen, dass es Geschichten darüber gibt, dass in Arbeitsverträgen festgehalten wurde, nicht mehr als sechs Tage pro Woche Fisch serviert zu bekommen. Heutzutage ist es eher üblich, dass Norweger mit ihren Kindern eine „Vereinbarung“ haben, dass sie mindestens einmal pro Woche Fisch essen müssen.
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Hering mit Roggenbrot zu servieren, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch ein Ausdruck des Respekts vor norwegischen Traditionen und Esskultur. Es ist eine Hommage an die einfache, ehrliche Mahlzeit – und an die Generationen, die von dem lebten, was Meer und Natur boten.
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In der Zwischenkriegszeit führten „Gentlemen’s Clubs“ Heringstische ein. So wurde der Hering zu einem Festmahl und einer Delikatesse. Es wurde Mode, Hering, Bier und Schnaps unter den Herren der höheren Gesellschaftsschichten zu servieren. Der Gastgeber, der den abwechslungsreichsten Heringstisch servierte, genoss hohes Ansehen. Tomatenhering mit seinem reichhaltigen und süßen Geschmack erfreute sich hier im 20. Jahrhundert besonderer Beliebtheit und trägt die Prägung dieser moderneren Einflüsse.
Apfelkompott mit Milch und Sahne
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Archäologen haben im Osebergschiff 54 Wildäpfel gefunden, was zeigt, dass Äpfel bereits in der Wikingerzeit in Norwegen vorkamen.
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Der Apfelanbau lässt sich jedoch bis ins Mittelalter zurückverfolgen, insbesondere in Klostergärten. Um das Jahr 1200 gründeten Zisterziensermönche einen Hof in Opedal in Ullensvang. Sie brachten Wissen, Samen und Pflanzen aus Europa mit, was den Beginn des organisierten Anbaus von Äpfeln, Birnen und Pflaumen in der Region markierte. Westnorwegen, insbesondere Hardanger, entwickelte sich später zu einem Kerngebiet der Apfelproduktion.
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Gerichte auf Milch- und Sahnebasis sind seit Jahrhunderten ein zentraler Bestandteil der norwegischen Esskultur. Die Kombination aus Obst und Milch findet sich in vielen traditionellen Desserts und Speisen. Als Zucker im 18. und 19. Jahrhundert leichter verfügbar wurde, verbreitete sich das Einkochen von Obst zu Kompott. Apfelkompott ist daher ein natürlicher Bestandteil der norwegischen Hausmannskost aus dieser Zeit.

